Maurer & Cik - by Kleine Zeitung

Die Fellner Files - mit Christian Schwab

Episode Summary

Kabarettist Christian Schwab ist mit seiner Lavanttal-Expertise Gast bei Thomas Maurer und Thomas Cik im satirischen Nachrichten Podcast der Kleinen Zeitung.

Episode Notes

Kabarettist Christian Schwab und Kärntens neuer Landeshauptmann Daniel Fellner sind im gleichen Ort aufgewachsen. Welche dunklen Geheimnisse aus dem Lavanttal kann er berichten?

Episode Transcription

SPEAKER1

 

00:00:00

 

Was jetzt kommt, wisst ihr bestimmt. Der Podcast von Thomas und Thomas. Nein. Na gut, der von Mauer und Schick. Der satirische Nachrichten-Podcast der Kleinen Zeitung.

 

SPEAKER2

 

00:00:19

 

Servus Thomas, servus Thomas und servus, liebe zuhörende Person, bei Mauer und Schick, dem satirischen Nachrichten-Podcast der Kleinen Zeitung, wo wir heute einen, ich muss einfach nur sagen, wieder mal fantastischen Gast haben. Eigentlich bin ich ziemlich stolz drauf, dass wir so Leute einladen können, Thomas, gell?

 

SPEAKER3

 

00:00:33

 

Ja, aber das ist natürlich auch deinen erstklassigen Verbindungen in alle Ebenen der Republik zu danken.

 

SPEAKER2

 

00:00:41

 

Ja, wobei, als ich bei ihm angefragt habe, hat er gesagt, ja eigentlich, ich würde eh schon längst kommen.

 

SPEAKER4

 

00:00:46

 

Ja, das ist hoffentlich jetzt keine große Enttäuschung. Ich habe es so groß angekündigt, wer da toll als Tagast ist und jetzt bin's ich.

 

SPEAKER2

 

00:00:52

 

Nein, entschuldige, du bist Träger des österreichischen Kabarettpreises. Du bist der Mensch, der dafür sorgt, dass Peter Klien lustig ist. Du hast einen Sound, wo alle Leute sich wieder ein bisschen zurückversetzt fühlen in die Zeit, als Ö3-Comedy noch wirklich on peak war, muss ich jetzt mal sagen. Und deswegen freue ich mich einfach, dass ich dich jetzt auch namentlich begrüßen darf. Servus, lieber Christian Schwab.

 

SPEAKER4

 

00:01:11

 

Servus Thomas, servus Thomas, servus, liebe Zuhörer. Danke für die Einladung.

 

SPEAKER2

 

00:01:15

 

Ja, dass der Christian da ist, hat nicht nur damit zu tun, dass ich ihn beim Graz-Marathon eine Minute einfach abgesetzt habe. Warst du eine Minute schneller als ich?

 

SPEAKER2

 

00:01:21

 

Ich war eine Minute schneller und dann habe ich einfach den Mut gefasst und gedacht, so, jetzt ist er ganz kurz mal im Delirium, jetzt kann ich ihn überreden.

 

SPEAKER4

 

00:01:27

 

Ja, das ist natürlich ein Wahnsinn. Eine Minute schneller warst du eigentlich, das habe ich gar nicht so im Blick gehabt. Du hast es verbringt.

 

SPEAKER3

 

00:01:32

 

Ist es im internationalen Marathon-Reglement vorgesehen, dass immer die Nachgereihten zum Podcast erscheinen müssen? Mittlerweile hat ja jeder und jede einen Podcast.

 

SPEAKER4

 

00:01:45

 

Genau, also es müssen alle, die langsamer sind als der Thomas, müssen einfach in den Podcast kommen.

 

SPEAKER2

 

00:01:51

 

Wenn sie schon alle hören, würden wir ja auch schon zufrieden sein, muss ich gestehen. Nein, es war da wenige Tage, nachdem Daniel Fellner zum SPÖ-Chef gekürt worden ist in Kärnten und da habe ich gesagt, wir bräuchten einmal einen wirklichen Experten für den Daniel Fellner. Jemanden, der sein Idiom nachmachen kann, jemanden, der seine Lebensgeschichte nachzeichnen kann und da sind wir mit dem Christian einfach hervorragend bedient. Man muss sich vorstellen, das Lavanttal ist schön und auch bis zu einem gewissen Grad weit, hat alles, was man sich so eigentlich an Naturschönheit bieten kann, zumindest bis es jetzt einen Chemieunfall von der Papierfabrik gegeben hat.

 

SPEAKER4

 

00:02:26

 

Leider, wir haben weniger Fische als vorher, das stimmt.

 

SPEAKER2

 

00:02:28

 

Ich habe überhaupt keine Fische mehr in der Lavant.

 

SPEAKER4

 

00:02:30

 

Die sind alle weg, ich fahre zu Ostern wieder heim, ich muss das schauen.

 

SPEAKER2

 

00:02:33

 

Ja, ich hoffe, du kriegst deinen Schinken, weil Fisch brauchst du jetzt nicht irgendwie damit rechnen, dass es dann zuerst kommt.

 

SPEAKER4

 

00:02:38

 

Nein, aber wir brauchen vielleicht Jesus, der aus zwei Fischen wieder ganz viele macht im Lavanttal. Das wäre richtig zu Ostern, das wäre passend.

 

SPEAKER3

 

00:02:44

 

Ja, aber du kannst dir welche mitbringen, so statt Pralinen. Also ich habe früher als Kind ein Aquarium gehabt und da die Guppies doch regelmäßig gestorben sind, habe ich dann immer so ein durchsichtiges Plastiksackerl mit zwei, drei Guppies wieder in der Tierhandlung gekauft. Vielleicht machst du das halt mit Forellen.

 

SPEAKER4

 

00:03:01

 

Sehr gut, du bist der Kabarettist, der mehr Guppies als Groupies gehabt hat. Definitiv.

 

SPEAKER2

 

00:03:05

 

Ja, und du hast eine sehr, sagen wir jetzt mal, auf der Zeitachse zumindest und auch auf der geografischen Komponente überschnittene Lebensachse mit Daniel Fellner, dem künftigen Kärntner Landeshauptmann.

 

SPEAKER4

 

00:03:22

 

Ja, also wenn das jetzt ein True Crime Podcast wäre und wir das zurückrechnen würden, also ist das aber sehr spannend, investigativ, dass der Daniel und ich zwar in derselben Gemeinde aufgewachsen sind, er ist in derselben Schule, also in der Hauptschule gegangen, Hauptschule St. Andrä, hat den selben Lehrer auch gehabt, wie ich, den Peter Stauber, der dann später Bürgermeister geworden ist, Langzeitbürgermeister in St. Andrä. Aber trotzdem sind wir die ersten zwei Jahrzehnte komplett aneinander, wir sind aneinander vorbeigelebt sozusagen.

 

SPEAKER3

 

00:03:52

 

Ein True Crime Podcast, wer dann ist, obwohl er später in der Öffentlichkeit wirksam wurde, liegen die frühen Jahrzehnte im Dunkeln.

 

SPEAKER4

 

00:04:01

 

Die frühen Jahrzehnte liegen total im Dunkeln, also auch meine Schwester ist nicht mit ihm in die Klasse gegangen, der war dann, er war genau dazwischen. Also er ist erst so richtig aufgetaucht in meinem Leben, wo ich aufgetreten bin im St. Andrä Fasching. Das war, glaube ich, im Jahr 2000 und wir haben dann einen gemeinsamen Freund gehabt, der jetzt kommt, Thomas Schmid heißt, aber es ist nicht dieser Thomas Schmid, sondern es ist der Schmid-Dommy, wie wir im Lavanttal sagen, der Schmid-Dommy. Und der gesungen hat, was es heute noch gibt, heute heißen es die Neffen von Tante Eleanor, davor war es Walsberg, davor noch Teenage Slang. Und da war der Daniel, hat das Management übernommen gehabt von dieser A-Cappella-Gruppe und da ist er eigentlich mir das erste Mal so richtig aufgefallen.

 

SPEAKER2

 

00:04:43

 

Da kann ich ganz kurz verweisen, wir haben mit besagtem Dommy Schmid und dem Daniel Fellner auch schon einen Podcast aus der Serie Plauderei unter Freunden eingeladen, wo der Dommy dann auch wirklich erzählt hat, dass Daniel Fellner nicht nur Manager war, sondern auch Beatboxer. Und falls Sie dort reinklicken wollen, Sie können dort hören, wie Daniel Fellner noch so seine alten Grooves auspackt und erklärt, auf dem Wort Duschkabine basierend könne man Beatboxen.

 

SPEAKER4

 

00:05:08

 

Ja, aber das ist vielleicht auch schon jetzt ein gratis PR-Tipp für den Daniel, dann für die ganzen TV-Konfrontationen, also vielleicht mit dem Anger und so weiter mit Beatboxen, dann gegen Held sozusagen.

 

SPEAKER3

 

00:05:18

 

Ja, oder vielleicht am 1. Mai die Internationale ein bisschen auffrischen, wenn Sie ihm ein eigenes Mikrofon geben und Völker hört. Zumindest die 90er Jahre beim 1. Mai einzuhalten.

 

SPEAKER2

 

00:05:38

 

Ja, nicht schlecht. Völker-hört-Signale dann eben irgendwie weiterentwickeln in Völker-hört-Beat oder so, ja?

 

SPEAKER3

 

00:05:44

 

Genau.

 

SPEAKER2

 

00:05:45

 

Gefällt mir gut. Nachdem wir uns ein bisschen orientiert haben, wer du bist, warum du da bist, würde ich sagen, starten wir rein in die Themen. Lieber Christian, wir haben es schon ein bisschen angesprochen. Daniel Fellner, der ist ja jetzt noch nicht Landeshauptmann, weil jetzt am 1. April hat Gabi Schaunig von Peter Kaiser übernommen. Ehrlicherweise, das könnte ich nachvollziehen, warum er nicht am 1. April sein Amt antreten wollte. Das glaube ich auch, ja. Genau. Jetzt, wenn dann Ostern vorbei ist, der Schinken verdaut, dann wird er zumal zuerst im Kärntner Landtag gewählt, dann hinterher noch von Bundespräsident Alexander Van der Bellen angelobt. Und dann ist er tatsächlich auch Landeshauptmann. Und jetzt gibt es ja natürlich schon sehr, sehr viele Porträts über ihn zu lesen. Und immer wieder hört man da, er spreche im breiten Dialekt. Jetzt muss ich sagen, nein, eigentlich, es gibt die wilderen Lavanttaler, oder?

 

SPEAKER4

 

00:06:39

 

Es gibt wildere Lavanttaler, hey. Es gibt zum Beispiel so, wir haben drei mit dem Gernot Kulis gemeinsam die zwei Lavanttaler gemacht, hey. Und wenn man jetzt noch auf Sendung wird, man sagt, Wahnsinn, hey, der Fellner, der Notzer wird jetzt Landeshauptmann, das ist ja ein Pistumoppe, das ist ja nicht zum Glauben. Also so kann man auch sprechen im Lavanttaler. Ich glaube, so breit ist der Dialekt vom Daniel Fellner nicht.

 

SPEAKER3

 

00:07:00

 

Aber er kann das wahrscheinlich stufenlos regeln, wie den Thermomix, je nachdem, wo er spricht.

 

SPEAKER2

 

00:07:06

 

Genau, ja. Aber wie war es vor 20 Jahren denkbar gewesen, eigentlich, als ihr die Lavanttaler gemacht habt, dass auch ein Lavanttaler dann Landeshauptmann wird?

 

SPEAKER4

 

00:07:13

 

Nein, ich glaube, es ist, also prinzipiell, also ich bin ja im Lavanttal aufgewachsen, wir waren ja, Kärnten schon war immer das belächelte Bundesland. Und in Kärnten selbst waren dann die Lavanttaler noch einmal eine Stufe darunter, also das ist die komplette Außenseite eigentlich. Und das war wirklich unmöglich, selbst unter Zeiten, wo der Gerhard Seifried, Bürgermeister von Wolfsberg, und der war ja eine sehr bekannte, prominente Figur, da hat sich die drei Gs damals gegeben, den Gerhard Mock, den Köfer und den Gerhard Seifried, die immer wieder in Landeshauptmann-Nähe dann gebracht worden ist. Und selbst da quasi war ein Lavanttaler Landeshauptmann völlig unmöglich, weil es immer die anderen in der SPÖ, finde ich, Langfurter Villacher, viel stärkeren Einfluss gab und deswegen ist es schon für das Lavanttal eine kleine Sensation.

 

SPEAKER3

 

00:08:00

 

Also das ist interessant, das wusste ich bisher nicht, dass das Lavanttal innerhalb Kärntens diese, also irgendwann einmal während eines Oberösterreichs, oder während des Auftritts im Mühlviertel, ist mir eingefallen, dass ich gesagt habe, das Mühlviertel ist ja das Oberösterreich von Oberösterreich. Und offensichtlich ist es mit dem Lavanttal so ähnlich, das wusste ich nicht, finde ich sehr bereichernd.

 

SPEAKER3

 

00:08:20

 

Ja, aber das werden wir jetzt ja die Wangen durchführen.

 

SPEAKER3

 

00:08:21

 

Aber jetzt eben nicht mehr.

 

SPEAKER4

 

00:08:22

 

Jetzt nicht mehr, also dazu hat auch viel der WAC beigetragen, also sportlich gesehen, Koralmtunnel haben wir jetzt auch und jetzt kriegen wir den Lavanttaler Landeshauptmann. WAC muss man für den Thomas immer ein bisschen dazuerklären, das ist ein Fußballklub.

 

SPEAKER3

 

00:08:37

 

Ah, ich hätte es auf Eishockey getippt.

 

SPEAKER4

 

00:08:40

 

Nein, Eishockey, das ist jetzt auch ein schlechtes Thema.

 

SPEAKER3

 

00:08:42

 

Ja, ja, ich weiß ja, okay, es ist auch so, es ist auch abgestürzt.

 

SPEAKER4

 

00:08:45

 

Jetzt ist, da ist gerade der KAC hier ausgeschieden, also die Roten haben es schwer gerade in Kärnten.

 

SPEAKER2

 

00:08:51

 

Ja, wobei man muss ja fair sein, die Graz 99ers sind ja jetzt erstmals seit, Gott weiß ich, irgendwas als Franz Wobes-Zeiten, also seit Franz Wobes aktiver Eishockeyspieler war, österreichischer Eishockeymeister. Aber ich glaube, hätten wir von der Kleinen Zeitung dort nicht bei den Spielern angerufen und ihnen gratuliert zu diesem Eishockeymeistertitel, die hätten es selbst vermutlich nicht einmal gewusst, weil das so unterhalb der Wahrnehmungsschwelle war, wenn du es gerade einmal ins Halbfinale der Playoffs schaffst, dass du da eh schon irgendwie einen nationalen Meistertitel gewinnst, wo die Liga noch nicht einmal im Ansatz entschieden ist.

 

SPEAKER4

 

00:09:19

 

Ja, das stimmt. 48 Jahre ist es, glaube ich, ja. Also der Gernot, eben der zweite Lavanttaler, der Kulis, ist ein großer Graz 99ers-Fan. Und der hat eben eben gratuliert zum Meistertitel und der hat gesagt, es ist ihr Meister geworden, ohne je ein einziges Mal in der Halle wir sind. Wir werden Meister zu schreiben, weil es gar nicht dazukommen sind. Also es ist alle ausgeschieden.

 

SPEAKER3

 

00:09:37

 

Ich muss sagen, ich habe schon Astrophysik-Podcasts gehört, bei denen ich mehr verstanden habe.

 

SPEAKER4

 

00:09:42

 

Wollen wir noch ein bisschen ein bisschen über die dritte Linie von Shakespeare-Wahr-Bitten sprechen oder den neuen Stürmer auf den Olympia-Leibach?

 

SPEAKER2

 

00:09:54

 

Ja, aber ich glaube, ein anderer Punkt, der das Lavanttal in den letzten 20 Jahren berühmt gemacht hat, ist der Umstand, dass man aus dem Most einen Apfelwein gemacht hat.

 

SPEAKER4

 

00:10:04

 

Ja. Ja. Da gibt es sogar die Mostbarkeiten und… Oh je. Ja, wirklich Mostbarkeiten.

 

SPEAKER3

 

00:10:10

 

Ich bin Wortspiel-Allergiker. Also ich fühle meine Fußsohlen jucken.

 

SPEAKER4

 

00:10:16

 

Ach so, das ist heute eigentlich von Kostbarkeiten ein Wortspiel. Wir sind schon so verankert in Mostbarkeiten, dass man Kostbarkeiten ein Wortspiel draus sehen würde. Nein, Most. Und ja, also wir haben kulinarisch von der Brettljause und bis eben zu diesem Most viel zu bieten, obwohl ich selbst auch überhaupt kein Most-Trinker bin.

 

SPEAKER3

 

00:10:34

 

Aber ist der Apfelwein jetzt irgendwie lebensmitteltechnisch, lebensmittelgesetztechnisch irgendwas anderes als ein Most?

 

SPEAKER2

 

00:10:44

 

Ja, ich bin einmal mit einem Hofrat des Landwirtschaftsministeriums zusammengesessen bei dieser Most-Verkostung und der hat mir das lange erzählt. Jetzt war ich nicht ein Astrophysik-Podcast.

 

SPEAKER3

 

00:10:54

 

Und du hast das nicht gemerkt, okay.

 

SPEAKER3

 

00:10:56

 

Ja, weil es gibt ja eben eine Obstwein-Verordnung, das weiß ich, weil zum Beispiel die Uhudler-Sorten, die ja durchs Weingesetz durchfallen, da war dann der Kompromiss, dass man sagt, na gut, wir müssen das nicht ausreißen, aber es ist jetzt ein Obstwein, nur dass das Obst in dem Fall Weintrauben sind. Eine interessante Unterscheidung und insofern wollte ich eben wissen, ob jetzt, ich nehme mal an, damit so ein Most ganz durchgärt, so auf Wein, Alkohol gerade, müsste man wahrscheinlich aufzuckern. Aber da weiß ich zu wenig. Beim nächsten Mal nehmen wir einen Lebensmittelchemiker dazu. Man sollte eigentlich immer einen Lebensmittelchemiker bei sich führen, finde ich.

 

SPEAKER4

 

00:11:39

 

Ich weiß vom Apfelwein ungefähr so viel, wie du vom Eishockey aus und kam, bin jetzt ausgestiegen in deinen Ausflug.

 

SPEAKER2

 

00:11:46

 

Aber dann sprechen wir über Daniel Fellner. Über den wisst ihr beide ja unglaublich viel Bescheid, würde ich jetzt einmal behaupten. Es wird ja auch immer wieder interpretiert, der ist jetzt der neue SPÖ-Typus. Also nicht so widerspenstig wie Hans-Peter Doskozil, aber doch auch ein bisschen, sagen wir jetzt einmal, umgänglicher, leutseliger, biertisch-tauglicher als Peter Kaiser, als es zu Beginn seiner Amtszeit war. Und der könnte ja auch der Verbinder hin zu einer FPÖ sein. Und das schaffen, was es in Kärnten mit anderen Vorzeichen bereits ab dem Jahr 2004 gegeben hat. Sprich, damals war es eine blau-rote Koalition mit Jörg Haider und Peter Ambrosi. Und jetzt könnte es theoretisch auch wieder blau-rot werden. Dann wird Daniel Fellner mutmaßlich nicht dabei sein. Oder es könnte rot-blau werden. Was glaubst du, Christian? Du hast ja auch einmal ein Buch über die Republik geschrieben. Ich glaube, es hat geheißen, der Sommer ohne Kanzler.

 

SPEAKER4

 

00:12:37

 

Ohne Kanzler war die Zeit ohne Sebastian Kurz damals, also die Rücktrittszeit. Und ja, also auf jeden Fall kann das bestätigen, was du sagst, dass der Daniel auf jeden Fall einer aus der Mitte der Gesellschaft ist und aus der Mitte des Lebens eigentlich kommt und auch in Sankt Andrä sehr beliebt ist. Und man sieht ihn überall bei der Tankstelle, bei jedem Fest und so weiter. Und dieses Hemdsärmelige, da haben wir ja diese Facebook-Kubik gehabt, Fellner packt es an und so weiter. Und da, glaube ich, freut er sich großer Beliebtheit. Und er ist sicher ein ganzer Typ, den du angesprochen hast, also aus der Mitte der Gesellschaft heraus. Ein bisschen Hemdsärmeliger selbst hat er auch gesagt, er ist ein Populist, glaube ich, in einem kleinen Zeitungsgespräch. Und man darf gespannt sein. Also ich glaube, dass ihn ganz viele nicht am Radar hinzu gehabt haben, ob er vielleicht auch unterschätzt worden ist.

 

SPEAKER3

 

00:13:35

 

Also ich habe ja in deiner Gegenwart ihn sogar mal getroffen. Ich glaube, wir haben das eben im Podcast mal erwähnt. Ich habe nur nicht gewusst, wer das ist. Aber da war er noch nicht intronisiert.

 

SPEAKER5

 

00:13:47

 

Da müssen wir dazu sagen, nein, du hast Philipp Kucher getroffen und ich weiß jetzt nicht, wer von beiden mehr beleidigt ist.

 

SPEAKER3

 

00:13:52

 

Oh, Jesus Marantaner. Mein Gott. Reden wir doch bitte wieder bei Eishockey.

 

SPEAKER4

 

00:13:57

 

Nein, nein, ich kann einen Insider hier schon auspacken. Der Daniel war in deinem Kafka-Programm in Graz. Eine Schau? Ja, wirklich.

 

SPEAKER3

 

00:14:04

 

Na, und hat es ihm gefallen, warst du das auch?

 

SPEAKER4

 

00:14:06

 

Ich glaube schon, ja.

 

SPEAKER3

 

00:14:08

 

Aber den Rechen, den schlage ich dir, dass du dem Kafka zugute nennst.

 

SPEAKER4

 

00:14:12

 

Ja, genau. Das war beim letzten Gespräch, beim Theaterpremiere von meinem Bruder. Mein Bruder spielt Theater. Da waren wir das letzte Mal ein bisschen länger zum Reden gekommen. Und da haben wir viel über die zwei Lavanttaler geredet. Ja, er hat die Lavanttaler Gags eigentlich besser gekannt als ich, weil er das immer wieder gerne angehört hat. Und auch dann sind wir zu Reden gekommen, was er sich so angeschaut hat in letzter Zeit. Und dann bist du ins Spiel gekommen. Das ist ein sehr schöner Link.

 

SPEAKER3

 

00:14:39

 

Also ich hoffe, dass es gerührt auch. In diesem Fall bin ich natürlich, stehe ich hundertprozentig hinterher.

 

SPEAKER2

 

00:14:45

 

Also es war nicht der gleiche Abend, wo ich bei einem Kafka-Programm in Graz war, weil da war es so heiß, dass ich mir überlegt habe, die Hose unterm Tisch einfach auszuziehen. Und ich war nicht der Einzige, der sich das überlegt hat. Es war einfach brennheiß in dem Theaterkaffee an dem Abend. Ich hoffe, dass Daniel Fellner das nicht gemacht hat. Nicht, dass ich jetzt über ihn da Gerüchte verbreite.

 

SPEAKER4

 

00:15:00

 

Ach so, nein, aber wahrscheinlich war es auch im Theaterkaffee. Du hast wahrscheinlich ein paar Mal im Theaterkaffee gespielt.

 

SPEAKER3

 

00:15:04

 

Ich glaube, den Kafka habe ich auch einmal in der Komödie gespielt und sonst im Theaterkaffee. Also da könnte ich jetzt nicht sagen, wo er war.

 

SPEAKER2

 

00:15:13

 

Aber erzähl jetzt mehr von diesem Abend, wo Daniel Fellner ausgepackt hat mit den Insights. Komm.

 

SPEAKER4

 

00:15:17

 

Also das ist ja wirklich ein Grund. Nein, aber dieser Abend hat dazu geführt, das kann ich sagen, dass ich jetzt dem Daniel ein Einstandsgeschenk geschickt habe, nämlich einen USB-Stick mit den 50 besten Lavanttaler Folgen. Also das heißt, falls ich ja investigativ recherchieren wollte, wie beim Pilznercheck, der auch immer einen USB-Stick mit gehabt hat, was da drauf ist. Beim Daniel, es ist nichts anderes drauf, als die 50 besten Lavanttaler Folgen. Und die hat jetzt bei sich, wenn es vielleicht einmal in der Politik nichts zum Lachen gibt, dass ich immer wieder darauf zurückgreifen kann.

 

SPEAKER3

 

00:15:48

 

Vielleicht waren genau das am Pilznercheck.

 

SPEAKER3

 

00:15:51

 

Das wird es sein.

 

SPEAKER3

 

00:15:53

 

Vom rätselhaften, verschwundenen USB-Stick auch drauf. Also was auch immer mit dem passiert ist, man hätte ihn auch dort lassen können.

 

SPEAKER4

 

00:16:02

 

Das hat Peter Pilz noch nicht erfahren bis jetzt. Also eigentlich sind irgendwelche völlig banalen Ö3-Comedys drauf. Das wird der U-Ausschuss dann am Ende. Wahrscheinlich werden wir jetzt vorgenommen werden.

 

SPEAKER3

 

00:16:15

 

Mit verteilten Rollen vorlesen.

 

SPEAKER3

 

00:16:17

 

Ja, genau.

 

SPEAKER2

 

00:16:19

 

Ja, ich meine, du kennst das von den Staatskünstlern. So gesehen könntest du unter Kulis wieder auftreten im U-Ausschuss und dort die Szenen wieder geben. Das wäre ein interessanter Plottwist.

 

SPEAKER4

 

00:16:28

 

Ja, das wäre interessant. Ja, stimmt.

 

SPEAKER2

 

00:16:31

 

Aber ich sorge mich jetzt ein bisschen, dass der Daniel Fellner das zu oft hören wird und dann auch ab und an bei unpassenden Gelegenheiten diese Schmäh bringen wird. War das vielleicht ein faules Ei von dir?

 

SPEAKER4

 

00:16:40

 

Nein, wir werden das weiter beobachten. Aber es wäre natürlich, wenn er die Leute begrüßen würde, ja, wirst du auch da? Ja, also dann wissen wir, dass er es zuhört.

 

SPEAKER2

 

00:16:53

 

Eröffnen wir mal so eine Landesregierung-Sitzung.

 

SPEAKER4

 

00:16:55

 

Ja, wirst du auch da? Ja, siehe, super. Bist du Moped? Heute haben wir eine Landesregierung-Sitzung. Wollen wir mal schauen, dass wir was zusammenbringen.

 

SPEAKER3

 

00:17:00

 

Aber das klingt für mich ein bisschen nach einer potenziellen Absolution und die Frage, ob er dann mit der FPÖ kooperiert, stößt mich gar nicht mehr. Damit stellen Sie das einfach.

 

SPEAKER4

 

00:17:07

 

Also es wird eine rot-rote Koalition.

 

SPEAKER2

 

00:17:10

 

Ja, kann man dann in dieser Stimme eigentlich nicht nur sympathisch-freundlich sein? Das ergibt sich ja ein bisschen durch die Höhen, dass man da immer glaubt, dass es so ein grundsympathischer Mensch, so wie ihr die Lavanttaler angelegt habt oder Lavanttaler angelegt habt, die waren ja nie tief in der Tonlage, sondern immer sehr, sehr… Das ist ein Sing-Sang, ja, das stimmt ja. Genau. Kann man da eigentlich böse sein, wenn man zum Beispiel jetzt mit Martin Gruber, das ist der ÖVP-Chef in Kärnten und Landeshauptmann-Stellvertreter für all jene, die jetzt überhaupt noch dabei sind, nachdem sie bei Eishockey schon ausgestiegen sind? Kann man zu dem eigentlich dann auch böse sein als Lavanttaler?

 

SPEAKER4

 

00:17:45

 

Zum Daniel jetzt.

 

SPEAKER4

 

00:17:46

 

Nein, zum Martin Gruber.

 

SPEAKER4

 

00:17:47

 

Als Lavanttaler, zum Martin Gruber böse.

 

SPEAKER4

 

00:17:50

 

Na, ich glaube natürlich, dass es geht, weil so soll auch ein Lavanttaler nicht böse sein können. Ja, also das geht schon natürlich, ja.

 

SPEAKER2

 

00:17:57

 

Ja, also auch im Lavanttaler Idiom.

 

SPEAKER4

 

00:17:59

 

Ja, das glaube ich schon, ja.

 

SPEAKER3

 

00:18:01

 

Aber ist das, gibt es einen Wettstreit der Kärntner Regionalidiome untereinander, weil es wird ja immer wieder in Umfragen behauptet,

 

SPEAKER3

 

00:18:10

 

Ich gebe das jetzt wertfrei wieder, dass der Kärntner Dialekt von den meisten Österreichern als der sexieste in Österreich empfunden wird. Ich gebe das wertfrei wieder. Aber ist da innerhalb Kärntens auch noch ein, gibt es ein Sexiness-Ranking oder gibt es Kärntner Dialekte, die für andere Kärntner so klingen wie für Leute, die kärntnerisch nicht mehr kärntnerisch sind?

 

SPEAKER4

 

00:18:37

 

Das gibt es nicht, aber das wäre mal wirklich höchst interessant. Aber es gibt halt natürlich die großen Unterschiede. Der Klagenfurter redet natürlich ganz anders wie der Lavanttaler. Und in Oberkärnten haben sie immer dieses -est drinnen, also trinkest du noch, schlafest du schon, sitzest du noch und so weiter. Das war ja sehr spannend, weil ich war ja beim Bundesheer im Spittal an der Drau. Aber es ist kein Konjunktiv.

 

SPEAKER3

 

00:19:01

 

Trinkest du noch was?

 

SPEAKER4

 

00:19:02

 

Ja, genau, ja. Und wie gesagt, wir in der Steiermark, wir im Lavanttal, da sind wir schon ein bisschen so den Steirern oft ähnlich, wo wir vor allem die oberen Lavanttaler sagen, nicht hast du was getrunken, sondern hast du was getrunken. Ja, hast du was hier. Aber es gibt keinen Sexiness-Faktor. Es gibt höchstens den Ausdruck, also besser geiler Trauttal, also traurig geiler Trauttal. Also das gibt es dann bei uns.

 

SPEAKER1

 

00:19:26

 

Ich meine, dass nicht gegenderte Frauen so gesehen, eh als...

 

SPEAKER3

 

00:19:30

 

Ja, also ich verspüre gerade große Lust, das in Brandmalerei auf einer Scheibe Birkenholz darzustellen.

 

SPEAKER1

 

00:19:40

 

In Kärnten wird ja in knapp zwei Jahren gewählt werden. Wagen wir einfach mal die Prognose. Daniel Fellner bleibt jetzt, er ist noch 40 Jahre derzeit alt, vermutlich bis ins Pensionsalter hinauf Landeshauptmann. Getrauen wir uns jetzt einfach mal so einen rauszuhauen, oder ist die politische Landschaft in Kärnten jetzt doch dann wieder instabiler geworden? Was meint ihr beide?

 

SPEAKER3

 

00:20:02

 

Also du bist näher dran.

 

SPEAKER4

 

00:20:04

 

Ich bin auch schon seit über 20 Jahren in Wien-Niederösterreich und habe auch den Blick von außen so wie du. Und ja, also Politik ist auch ein sehr schnelllebiges Geschäft. Aber es kann natürlich sein, dass er auch 10, 15 Jahre Landeshauptmann ist. Und kann natürlich auch sein, wenn die blaue Welle überall drüber rollt, dass es ganz egal ist, also wen die FPÖ aufstellt, ob das jetzt ein Krug Wasser ist, den Angerer oder ob der Kickl in Kärnten antritt, was glaube ich nicht passieren wird, dass jetzt 50 Prozent der Österreicher einfach sagen, ist ganz wichtig, was da ist. Ich wähle die FPÖ. Also deswegen ist es sehr schwierig. Aber ich traue dem Daniel das wirklich zu, dass er den Titel, den er jetzt quasi so bekommt am grünen Tisch, dass er den dann bei der Wahl verteidigt.

 

SPEAKER4

 

00:20:56

 

Krug Wasser ist ein gutes Stichwort, weil du hast sonst immer einen Krug Wasser, der macht immer so Gluck-Gluck.

 

SPEAKER3

 

00:21:00

 

Und das ist auch der berühmte Gluck-Gluck.

 

SPEAKER1

 

00:21:05

 

Und das wäre ja irgendwie tatsächlich interessant, wenn so ein Krug Wasser mal antreten würde und nur dieses Gluck-Gluck von sich geben würde.

 

SPEAKER3

 

00:21:11

 

Also wenn er für die FPÖ antritt und glaubwürdig was gegen Ausländer hat, würde das reichen. Ansonsten, glaube ich, wir leben in so volatilen Zeiten, was ist, wenn jetzt, weiß nicht, die Administration Trump sagt, sie brauchen das Lavanttal.

 

SPEAKER4

 

00:21:29

 

Ja.

 

SPEAKER3

 

00:21:29

 

Also um jetzt von der ganzen, davon abzulenken, dass das mit Miran so gut funktioniert hat.

 

SPEAKER3

 

00:21:38

 

We need Lavanttal.

 

SPEAKER3

 

00:21:40

 

We need Lavanttal.

 

SPEAKER1

 

00:21:42

 

And we gotta take it.

 

SPEAKER1

 

00:21:44

 

Es gibt ein Lithium-Vorkommen in der Koralpe. Also es wäre jetzt rein von der Rohstoff-Logik, die immer bei Trumps Kriegen dahinter steht, gar nicht mal so abwegig.

 

SPEAKER3

 

00:21:53

 

Nein, ich glaube nicht, dass da immer die Rohstoff-Logik dahinter steht. Ich glaube, oft steht einfach nur...

 

SPEAKER3

 

00:21:58

 

Nichts dahinter.

 

SPEAKER3

 

00:21:58

 

Nichts dahinter.

 

SPEAKER1

 

00:21:59

 

Du meinst, wird einfach immer nur rein interpretiert, weil es kann ja nicht sein, dass man mordet, tötet und angreift ohne zumindest ökonomische Frage.

 

SPEAKER3

 

00:22:06

 

Ja, es ist etwas, was ich immer wieder sage, dass man immer noch so den Trump behandelt wie einen Politiker, wie einen Präsidenten der Vereinigten Staaten und so in Kommentaren sind damit beschäftigt, was ist das Ziel. Sie haben ja nicht einmal intern sich abgesprochen, was sie sagen, dass das Ziel der Iran-Operation ist. Das ist... Ich glaube, dass es tatsächlich so primitiv ist, wie man es sich normalerweise nur in einer Satire vorstellen kann. Dass der Hack-Safe immer schon halt sagen will, dass er draufhauen kann. Der Trump wahrscheinlich, den musst du nur in der richtigen Stimmung erwischen und kannst ihn zu allem überreden. Und da wird eben der Netanyahu, der sozusagen schon eine Idee hat, die allerdings, glaube ich, nicht realistisch ist. Nämlich, dass man die Leute durch Zermürbung dazu bringen kann, dass sie irgendwann einmal komplett aufgeben oder weggehen. Ich glaube, das schaut nicht so aus, als würde das funktionieren. Aber eine Mischung aus all dem, aber dass ein Plan dahinter steckt. Nein. Aber wie gesagt, ich glaube, von einem Desaster ablenken, indem man ein neues anzettelt.

 

SPEAKER4

 

00:23:16

 

Aber bitte nicht im Lavanttal.

 

SPEAKER4

 

00:23:17

 

Es ist ja auch gefährlich.

 

SPEAKER1

 

00:23:22

 

Ich meine, stelle ich sich vor, Donald Trump würde dann Daniel Fellner googeln. Du kommst ja dann nicht nur auf den Politiker Daniel Fellner, sondern eben auch auf den österreichischen Musiker Daniel Fellner. Der ist zum Beispiel einer der Komponisten und Producer von Seiler und Speer, ist bei der Band Out of Order mit dabei. Und wenn du den googelst, dann kann es da passieren, dass du, warum auch immer, vielleicht hat der Google-Cache sich davor gelöscht oder so, zu seinen beiden größten Hits kommt. Das eine ist fix nicht normal, das andere ist hochgewinnen, was nicht mehr. Muss man sagen, sind in Österreich eigentlich auch politische Ansagen.

 

SPEAKER4

 

00:23:55

 

Absolut.

 

SPEAKER4

 

00:23:56

 

Und ich bin da ziemlich sicher überzeugt, dass wenn der Trump Daniel Fellner googelt, dass er sicherlich auf den Falschen kommt, politisch gesehen. Also da ist er sicherlich auch Out of Order so gesehen. Also würde das sicher passieren und vielleicht kriegen wir dann einen Musiker als Landeshauptmann. Obwohl, wir wissen, dass auch der andere Daniel Fellner jetzt beatboxt.

 

SPEAKER3

 

00:24:12

 

Aber was ist, wenn die Delta Force uns Wolfgang Fellner mitnimmt?

 

SPEAKER3

 

00:24:18

 

Das wäre vielleicht schott.

 

SPEAKER1

 

00:24:19

 

Und damit ist das Thema Daniel Fellner ausreichend diskutiert. Wenn Sie ein Interview mit dem, ja, dann wird er schon im amtierenden Kärntner Landeshauptmann lesen wollen, klicken Sie rein auf www.kleinezeitung.de, so circa am 10. April werden wir es online haben. Zuvor gibt es noch einiges nachzulesen, zum Beispiel, wie die Abschiedsfeier von Peter Kaiser war oder was die Politikwissenschaftlerin Katrin Steiner-Hemmerle zu dieser ganzen Transition sagen wird. Also interessante Phasen, muss ich jetzt mal gerade sagen, die wir da politisch erleben.

 

SPEAKER1

 

00:24:57

 

Definitiv.

 

SPEAKER1

 

00:24:58

 

Lieber Christian, wir veröffentlichen ja heute am Karfreitag diese Episode und das ist ja für uns als Taufkatholiken, gelernte Katholiken, ehemalige Ministranten ein ganz, ganz großer Tag, wo man sehr viele Kindheitserinnerungen wieder raufkommen lässt. Sankt Andrä hat ja auch eine wunderschöne Basilika. Warst du dort Ministrant?

 

SPEAKER4

 

00:25:24

 

Ich war schon Ministrant, aber nicht in der Basilika in Sankt Andrä, sondern Sankt Jakob, quasi eine Filialkirche von Sankt Andrä und von der Pfarre Sankt Andrä und das ist, ja, da hat jeder durchmüssen eigentlich bei uns. Wir haben eigentlich alle ministriert und eigentlich habe ich das sehr gern gemacht.

 

SPEAKER1

 

00:25:42

 

Du hast dich dann aber hinterher noch einmal intensiver mit den Glaubensrichtungen, in den verschiedenen großen Glaubensrichtungen auseinandergesetzt. Wir haben ja schon einmal dein Politikbuch angesprochen und du hast aber auch einmal ein Buch geschrieben, wo du eine Selbsterfahrung niedergeschrieben hast, in dem du fünf Monate lang ganz streng nach den Riten und Regeln der großen Religionen gelebt hast. Das heißt, vier Wochen lang warst du Moslem, vier Wochen lang warst du ein praktizierender Jude, dann vier Wochen Christ, vier Wochen Hinduist und Buddhist auch noch. Was hast du dir eigentlich für einen christlichen Monat ausgesucht, in dem du Christ sein willst? Weil, würde ich jetzt mal so sagen, die letzten Wochen waren als Christ jetzt eher entbehrungsreich.

 

SPEAKER4

 

00:26:28

 

Ja, nein, ich habe mir tatsächlich die Osterzeit ausgesucht.

 

SPEAKER4

 

00:26:30

 

Okay.

 

SPEAKER4

 

00:26:31

 

Ja, genau. Die Osterzeit auch mit der ganzen Auferstehungsfeier, weil es ist ja, das war, glaube ich, mit Gottesdienst um drei in der Früh oder vier in der Früh, da losgegangen ist, die ganze Auferstehungsfeier. Ja, und als Christ, also das war ja dann eh das Einfachste von allen, aber da habe ich mir wirklich die Osterzeit ausgesucht.

 

SPEAKER4

 

00:26:48

 

Und Ostern, wenn man am Karfreitag, das erinnert mich immer, wir haben eigentlich vor der Pandemie, Thomas, wenn du zurückdenkst, ich glaube, wir haben diese Karfreitags-Feiertagslösung da irgendwie, ob das jetzt ein halber Feiertag wird oder so.

 

SPEAKER3

 

00:26:59

 

Ja, genau, das war eine große Diskussion, ja.

 

SPEAKER4

 

00:27:01

 

Und ich habe mir gedacht, diese Probleme hätten wir gerne heute wieder im Jahr 2026.

 

SPEAKER3

 

00:27:06

 

Das war damals das größte Problem.

 

SPEAKER3

 

00:27:07

 

Wirklich empört gestritten, ja.

 

SPEAKER3

 

00:27:10

 

Ich war ja auch Ministrant und ich glaube, das war so die Zeit. Da ist am Karfreitag tatsächlich, glaube ich, also in den ein, zwei Tagen davor, österreichweit ein Kubikkilometer Iglo-Creme-Spinat tiefgefroren über die Budel gegangen. Das war damals tatsächlich noch flächendeckend. Also heiße Wiese mit Krästen und Spiegel.

 

SPEAKER4

 

00:27:31

 

Ja, sehr traditionell alles zusammen.

 

SPEAKER4

 

00:27:33

 

Und das ist ja in Kärnten auch wie vor eigentlich sehr traditionell. Und bei diesem Experiment habe ich das natürlich wieder mich erinnert, dass da als Kind alles quasi gemacht worden ist, die ganzen Bräuche überhaupt. Das ist aber noch viel mehr, eben weil den Auferstehungsgottesdienst oder so, das habe ich ja immer ausgelassen.

 

SPEAKER3

 

00:27:48

 

Ich habe jetzt erst gelernt, also Kärntner Osterpraxis, also ich habe einen Markt in der Nähe im Bezirk und da scheinen recht viel Kärntner hinzugezogen zu sein und vor ein paar Jahren hat dann eben um diese Zeit immer die Frage, und ich wusste gar nicht, dass es es gibt, dass ich überall, also wo Fleisch verkauft wird, da habt ihr ja keine Osterkrainer, habt ihr ja keine Osterkrainer und niemand wusste in Wien, was Osterkrainer sind. Mittlerweile, die Marktwirtschaft macht es möglich, kriegt man bei uns am Markt Osterkrainer. Übrigens habe ich noch keine gegessen.

 

SPEAKER4

 

00:28:19

 

Es gibt nicht nur Obergreiner, sondern auch Osterkrainer sozusagen.

 

SPEAKER3

 

00:28:21

 

Aber wie wichtig war das für dich in deiner christlichen Phase? Die Vorfreude nicht nur auf die Auferstehung des Herrn, sondern auf die Osterkrainer.

 

SPEAKER4

 

00:28:30

 

Osterkrainer selbst kenne ich gar nicht.

 

SPEAKER3

 

00:28:31

 

Kennst du auch nicht?

 

SPEAKER4

 

00:28:32

 

Kenne ich auch nicht, nein.

 

SPEAKER4

 

00:28:33

 

Aha, dann muss das ein anderes Teil sein. Ja, genau, da gibt es ja, also ein Teil drüber, da gibt es schon wieder andere Bräuche. Wir haben den klassischen Osterschinken und dann noch den Kärntner Reindling, also das einzige Mal im Jahr eigentlich, wo man ein süßes Brot zum Fleisch isst, muss man unbedingt dann essen, schmeckt fantastisch, wenn man es am 18. Mai isst, schmeckt es gar nicht mehr so gut, aber am Karsamstag ist das fantastisch. Nein, was ich eigentlich so mitgenommen habe von dieser Zeit und auch das ins Buch reingeschrieben habe, ich eigentlich die Überlegung, wir feiern ja eigentlich zu Ostern die Auferstehung und trotzdem wird eigentlich angebetet, immer der Jesus am Kreuz, eigentlich das ganze Leiden der katholischen Kirche, das wäre eigentlich viel cooler gewesen. Man hätte sich für ein freundliches Bild entschieden und dann vielleicht statt dem Herrgottswinkel eben der Jesus am Kreuz hängt, sondern vielleicht der Jesus mit dem weggerollten Stein und der halt mit dem Daumen nach oben steht. Und das wäre, glaube ich, eine ganz andere Entwicklung.

 

SPEAKER3

 

00:29:22

 

Es gibt ja auch Bilder, aber die haben Sie nie so in das Allgemeine hinein.

 

SPEAKER3

 

00:29:27

 

Bewusstsein, ja.

 

SPEAKER3

 

00:29:27

 

Im Isenheimer Altar von Grünewald gibt es ein ganz Psychodelisches, das wirkt wirklich als hätte es im Spätmittelalter, in der frühen Neuzeit schon LSD gegeben. Aber vielleicht war es einfach Bilsenkraut oder künstlerische Imagination.

 

SPEAKER4

 

00:29:45

 

Aber ich glaube, das siegt überhaupt die Freude über das Leiden, das kommt ein bisschen zu kurz in der katholischen Kirche. Ich glaube, da sind wir uns einig, oder?

 

SPEAKER1

 

00:29:52

 

Ja, unbestritten. Aber andererseits, wenn wir Glauben über Jahrhunderte auch als Machtinstrument einsetzen, ist es natürlich klar, dass du nicht euren Leuten von vornherein klagen hast. Übrigens, hinterher wird es eh gut ausgehen. Und meine Güte, es kann sich auch alles zum Positiven drehen und wenden, sondern da stellt man natürlich das Leiden und den Weg des Leids in den Mittelpunkt, weil dann ist es halb so schlimm, weil der andere hat, schau dir das an, die 15er-Nägel durch die Hände gejagt gekriegt und du hast zwar Hunger und nichts zu essen und deine Ratte knabbert dich an, weil du schläfst, aber so schlimm ist es jetzt doch noch nicht.

 

SPEAKER3

 

00:30:26

 

Ja, ich hatte auch eine Volksschüler-Religionslehrerin, die eine, ich würde sagen, erotisch unterfütterte Leidenschaft hatte, wenn sie von den Schmerzen Christi gesprochen hat. Das war recht pervers, ich hätte es damals nicht in dieses Wort gefasst, aber ja.

 

SPEAKER4

 

00:30:45

 

Ja, unsere Religionslehrerin der Volksschule hat sehr viel über diese Wundmale von Pater Pio angesprochen und da war es so echt und so, dass ich als Kind wirklich dann die Angst hatte, das könnte mir auch passieren, wenn ich Wundmalangst hatte als Trauma und habe dann versucht, nicht allzu brav zu sein.

 

SPEAKER3

 

00:31:01

 

Das ist sehr gescheit, als Präventionsstrategie muss ich wirklich sagen, Hut ab.

 

SPEAKER1

 

00:31:07

 

Ja, da sieht man, alle Glaubensrichtungen haben in ihrer einen oder anderen Ausprägung doch den Hang zu einer gewissen Art von Extremismus, was natürlich anschließt jetzt auch die Frage, hast du dich jetzt mehr in Richtung des Muslimischen zum Extremisten gewandelt oder bist du auch vielleicht jetzt so ein ultrakonservativer, orthodoxer Jude gewesen nach vier Wochen? Hast du da irgendwo Boundaries geschlossen?

 

SPEAKER4

 

00:31:30

 

Nein, das war meine, die positivste Erkenntnis, dass ich in keiner Weise radikalisierbar bin, weil irgendwann einmal reicht es mir auch komplett und das war ja auch das Schöne, ich habe das immer einen Monat dann durchgezogen und meistens mit einer kompletten intensiven Woche, also ich war bei zehn Buddhisten eine Woche meditieren, ich war mit dem Oberrabbiner mit dem Dach.

 

SPEAKER3

 

00:31:52

 

Das tut weh, wenn man so lange auf diesem Sehnenkissen sitzt.

 

SPEAKER4

 

00:31:55

 

Ich freue mich, wenn man mit einer Meditationserfahrung von zehn Minuten einschlafen am Wasserbett in Leupersdorf von der Therme hinkommt mit dieser Erfahrung und die anderen sich das jahrelang schon angeeignet haben, dann wird es wirklich sehr, sehr spannend. Und ja, oder beim Judentum, weil die Schabbat und so weiter alles mitgemacht und da habe ich mit dem damaligen Oberrabbiner Eisenberg, der war quasi mein jüdischer Meister Yoda, der hat mich da angeleitet. Aber ich bin bei allen darauf gekommen, jeder glaubt für sich selbst, das ist das einzig Wahre und das ist dann wieder irgendwo, wo ich dann wieder aussteige. Und Gott sei Dank, ich bin in keiner Weise radikalisierbar, sondern dann doch wieder der Beobachter am Ende.

 

SPEAKER3

 

00:32:40

 

Gab es da irgendeinen Moment, wo du das Gefühl hast, irgendwo ans Metaphysische anzustreifen oder irgendwas Überwirkliches besser zu verstehen oder zu erhaschen, als du das ohne der Übung oder war das von Haus aus gar nicht der Plan?

 

SPEAKER4

 

00:32:56

 

Nein, das war nicht, da war komplett ergebnisoffen, wie das so schön heißt. Also im Hinduismus war es sehr spannend, da war ich bei einer Vereinigung Yoga im täglichen Leben, der mich dort eingeladen hat und ich habe gedacht, da wird wirklich Yoga praktiziert und bin dort mit dem Tourengewand dann aufgetreten, haben mich groß angeschaut und gesagt, nein, wir sollen eigentlich einen Guru anbeten und der war aber dann zugeschalten aus Kanada und dann haben die Wiener quasi das Vertretende untereinander gestritten, was der Guru eigentlich meint. Also da war keine Spiritualität möglich. Und am ehesten ist es wirklich so im Zen-Buddhismus, wenn du den ganzen Tag dann meditierst und da ist auch die Frage, ist das quasi dann schon der Schlafmangel oder ist das doch was anderes?

 

SPEAKER1

 

00:33:43

 

Ja, andererseits gibt es im Zen-Buddhismus keinen Osterkrainer. So gesehen wirst du dort nicht die volle Spiritualität erfassen.

 

SPEAKER4

 

00:33:49

 

Ja, das stimmt, da gibt es nur das achtsame Schlingen gibt es dort im Zen-Buddhismus, weil wir haben am Mittagessen und da war ein Meister, ein japanischer Meister, der mittlerweile leider verstorben ist oder wie es auf der Parte, den ich gesehen habe, gestanden ist, was ich sehr schön finde im Buddhismus, er ist nicht gestorben, sondern ist in die Verwandlung übergegangen. Und das war tatsächlich so, da haben wir gegessen. Wenn aber er mit dem Essen fertig war, haben wir alle anderen auch mit dem Essen fertig sein müssen. Also war das und völlige Stille beim Essen. Also ich habe das achtsames Schlingen, damit man satt wird, betitelt.

 

SPEAKER3

 

00:34:22

 

Ja und das Interessante beim Zen ist, dass du je nach wer halt der Meister ist, man kann das recht frei auch auslegen. Also ich weiß, ich habe irgendwann mal ein Interview mit dem Leonard Cohen gelesen, der ja immer wieder in einem Kloster war, bis ihm dann sein Meister gesagt hat, also das ist nicht sein Weg, er ist ein wirklicher Scheißmönch, aber er ist ein großartiger Säufer und ein ganz okayer Musiker, ich sollte das machen.

 

SPEAKER1

 

00:34:50

 

Ja, falls Sie sich jetzt auch ein bisschen einlassen wollen auf noch mehr Religiosität, ich stelle Ihnen den Link zum Buch von Christian Schwab, natürlich in die Shownotes, ist bei der Edition A erschienen, absolut lesenswert. Es gibt es natürlich auch als Hörbuch, aber ich finde, gelesen ist es anders.

 

SPEAKER4

 

00:35:06

 

Ja, ich glaube, man sollte es lesen. Mit dem Hörbuch gibt es auch eine Geschichte. Mir hat da jemand geschrieben, warum ich das Hörbuch nicht selbst gelesen habe, bis ich draufgekommen bin. Ich habe nicht einmal gewusst, dass es ein Hörbuch von mir gibt. Das hat einfach dann irgendjemand eingelesen in Hörbuchgeschichten und dann habe ich es nachgelesen und dann gibt es es jetzt auch in meiner Variante. Aber ich glaube, Lesen ist es selber besser.

 

SPEAKER1

 

00:35:28

 

Ja, sicher. Also, wenn Sie hören wollen, Podcast Mauer und Schick ist unsere Empfehlung, würde ich jetzt an der Stelle mal sagen.

 

SPEAKER3

 

00:35:33

 

Sie können ihn auch ausdrucken, wenn Sie eine Transkriptions-AI dazwischen schalten.

 

SPEAKER1

 

00:35:40

 

Den Podcast unseren?

 

SPEAKER1

 

00:35:41

 

Ja.

 

SPEAKER1

 

00:35:41

 

Ja, ja, den kann man sich ausdrucken. Wir stellen ihm ein Transkript in die Shownotes. Ich habe dort unterschiedliche Namen. Du heißt meistens Maurer. Bei mir transkribiert er jede Woche was anderes, aber meine Güte.

 

SPEAKER4

 

00:35:50

 

Aber mein Tipp wäre auch, dass man nicht beides gleichzeitig macht. Also, mein Buch lesen und gleichzeitig den Podcast hören. Das ist verwirrend vielleicht.

 

SPEAKER4

 

00:35:56

 

Ja, da kommen zu viele Gedanken zustande.

 

SPEAKER3

 

00:35:57

 

Nein, das ist so ähnlich wie Süß und Salzig gleichzeitig nur zu Ostern und dann das restliche auch nicht.

 

SPEAKER4

 

00:36:04

 

Aber mit so vielen Stimmen im Kopf gründet man vielleicht eine neue Religion.

 

SPEAKER3

 

00:36:06

 

Und dann musst du einen Appendix zu dem Buch schreiben.

 

SPEAKER2

 

00:36:13

 

Na endlich eine Nachricht mit einer Frau.

 

SPEAKER2

 

00:36:16

 

Aber was für eine.

 

SPEAKER1

 

00:36:18

 

Weil wir in dieser Episode schon viel über einen Kärntner gesprochen haben, müssen wir jetzt unterblicken, die ich auf den Markenkern der kleinen Zeitung natürlich auch über einen Steirer sprechen. Sigi Wolf. Das ist ein Industrieller und Manager und das muss man jetzt bis zu einem gewissen Grad auch auf die Plus-Seite stellen. Auch ein Unternehmer, der zum Beispiel den LKW-Bauer immer entsaniert und gerettet hat. Und dann gibt es auch Leute, die haben da eher die Minus-Seite bei ihm im Blick, wenn sie über Sigi Wolf sprechen. Zum Beispiel, dass er von Wladimir Putin den Orden der russischen Freundschaft entgegengenommen hat. Der hat jetzt noch ganz, ganz größere Probleme und zwar mit der Justiz. Vorangegangen ist dem, ich würde jetzt mal sagen, ein Problem mit der Finanz. Es begab sich nämlich einfach so, dass er 630.000 Euro an Einkommenssteuer hätte nachzahlen sollen. Das wollte er nicht, so wie eigentlich viele Menschen nicht so gerne. Das sind wir noch bei ihm, oder? Ja, genau. Ja, darüber können wir nachher philosophieren, ob es nicht in Ordnung ist, ab und zu mal Einkommenssteuer

 

SPEAKER1

 

00:37:15

 

zu zahlen, dafür, dass man soziale Sicherheit in dem Land hat und dann rausgehen kann auf die Straße, ohne erstochen zu werden.

 

SPEAKER3

 

00:37:20

 

Also ich muss ganz ehrlich sagen, wenn ich eine Einkommensteuer-Vorschreibung dieser Höhe hätte, würde ich sagen, passt, weil das würde die Rückschlüsse auf mein Einkommen zulassen.

 

SPEAKER4

 

00:37:31

 

Die Alternative wäre, in Dubai Influencer zu werden, oder?

 

SPEAKER4

 

00:37:34

 

Genau.

 

SPEAKER1

 

00:37:35

 

Ja, damals war Dubai noch nicht so en vogue. Es war rund ums Jahr 2019. Sigi Wolf wollte das nicht unbedingt zahlen. Es kam dann zu einem Treffen auf einer Autobahnraststätte mit einer Finanzamtsleiterin und dort haben sie sich ein bisschen ausgeredet, dass das ja vielleicht doch so sein könnte, dass er das nicht zahlen muss. Sie hat dann der Rechtsansicht ihres Stellvertreters widersprochen und hat dann sechs Wochen nach diesem mutmaßlichen Treffen dann auch den Steuernachlass bewilligt, auch wie gesagt entgegen der Rechtsauffassung ihres Stellvertreters. Sigi Wolf seinerseits hat dann gesagt, ja, er hat ja gute Connections, zum Beispiel hin zu Thomas Schmidt, nicht dem Freund von Daniel Fellner, den wir schon erwähnt haben, sondern den anderen Thomas Schmidt.

 

SPEAKER4

 

00:38:16

 

Das wäre überraschend gewesen, wenn der Tommy Schmidt jetzt da plötzlich aufgetaucht wäre.

 

SPEAKER1

 

00:38:20

 

Naja, du, der ist Bürgermeister, Büroleiter in Wolfsberg, also das ist schon ein mächtiger Posten.

 

SPEAKER1

 

00:38:24

 

Stimmt, ja.

 

SPEAKER1

 

00:38:26

 

Zurück zum Text. Okay. Sonst verwirren wir sie mehr und dann gründen sie gleich hier eine Klärreligion.

 

SPEAKER1

 

00:38:30

 

Die andere Person, die Sigi Wolf gut kannte, war der damalige Finanzminister Hans-Jörg Schelling und er hat gesagt, ja, er könne sich bei diesen beiden, so steht es zumindest laut WKStA fest oder das will sie nachweisen vor Gericht, er könne sich bei diesen beiden, sagen wir mal so, aufwenden dafür, dass sie die Leitung eines anderen Finanzamts bekommen würde. Und ja, das wird jetzt das Ganze vor Gericht noch einmal verhandelt. Und dieses, es ist nicht ein vorösterländisches Brauchtum, es ist eigentlich in Österreich ein ganzjähriges Brauchtum, diese Ämterkorruption. Ich finde das ja echt schön, dass das vor Gericht kommt, muss ich wirklich sagen, weil es einfach, ja, wieder mal darlegt, schau, so wird das gemacht, aber es kommen jetzt eben auch einmal die Geschädigten zu Wort. Wir haben ja gerade letzte Woche mit dem Thomas über den Fall Colin Fernandez gesprochen, dass man da Täter und Opfer anders betrachten muss und jetzt um Himmels Willen hat der Sigi Wolf nicht so etwas gemacht, dass er Deepfakes über irgendwas verbreitet hat, er hat maximal Fakes darüber verbreitet, wie viel Einkommensteuer zu zahlen sei, wobei auch hier, möchte ich betonen, gilt die Unschuldsvermutung, weil Sie kennen die ganze Prozederei dahinter ja natürlich, aber es ist schon interessant, der ganze Fall und er legt ein bisschen was da in Österreich.

 

SPEAKER3

 

00:39:39

 

Ja, und dass man ein bisschen mehr erfährt, auch auf dieser Ebene, also dass es jetzt nicht gleich etwas in der Größenordnung vom AKH-Skandal oder so sein muss, damit man überhaupt einmal mitkriegt, dass da was los ist, sondern ich finde, es ist hoch genug, wenn ein hochrangiger Industrieller, der nach dazu ein bisschen inoffizieller Architekt der österreichischen Russland-Politik war in den Kurzjahren. Also ich glaube, er war es, der an den Kurz das SMS mit dem Inhalt, wir fahren zum großen Chef geschickt hat, bevor sie den Putin besucht haben. Und auch der Herr Schelling, der mit dem auch noch anderweitig verbandelt war, also der Herr Schelling hat ja unter anderem ein Weingut, wo der Sigi Wolf irgendwann einmal aus Begeisterung sicher für heute dieser Wein so fantastisch ist, sehr, sehr viel gekauft hat und der Kollege Scheuber hat herausgefunden, dass mehrere Gastronomen in Österreich anschließend vom Herrn Wolf oder seinem Umfeld gefragt wurden, ob sie nicht ein bisschen was haben wollen, weil man was macht oder nicht.

 

SPEAKER3

 

00:40:48

 

Das heißt, ein Apfelwein im Labern, da geht's besser.

 

SPEAKER3

 

00:40:50

 

Vergleichsweise definitiv.

 

SPEAKER3

 

00:40:52

 

Er soll, glaube ich, auch weniger Säure haben.

 

SPEAKER4

 

00:40:56

 

Ich finde auch, wir verdanken dem Sigi Wolf eine große Erkenntnis, nämlich, dass man über Steuern auch verhandeln kann. Ich habe bisher aber eigentlich gedacht, es gibt klar geregelte Sätze auch, also 20 Prozent Umsatzsteuer oder 13 Prozent oder was es halt gibt oder halt sonstige Sätze, die fixfertig geregelt sind und ich habe nicht gewusst, also wenn jetzt zum Beispiel ein Kaviar auftritt und dass ich dann den Umsatzsteuersatz draufgebe, dass der eigentlich verhandelbar ist beim Finanzministerium oder mit jemandem, den man auf der Raststation trifft. Das ist eigentlich spannend.

 

SPEAKER3

 

00:41:25

 

Sollte man sich merken, dass wenn der Auftritt irgendwie nicht so gut gelaufen ist, dass man zumindest die Vergnügungssteuer streichen kann.

 

SPEAKER1

 

00:41:31

 

Mich schockiert es auf doppelter Ebene. Mein Papa war ja am Finanzamt und wenn du jetzt immer wieder diese Skandale hast, Gustl Wöginger ist ja auch so ein Anlassfall, wo über die Leitung eines Finanzamts verhandelt wurde, dass ich mich immer frage, ich habe ein komplett anderes Bild für meinen Papa gehabt. Ich glaube, ich muss ihn jetzt da wirklich in den Osterfeiertagen noch einmal fragen, Papa, warst du auch so einer, der verhandelt hat? Ich kenne aber schon seine Antwort, weil die hat er mehrmals, als ich fünf oder sechs Jahre alt war, gegeben, weil da hat eine Person bei ihm einen Korruptionsversuch unternommen und die hat das nur am Abend entsetzt der Mama erzählt und die ist natürlich nicht darauf eingestiegen und die war ein bisschen entsetzt darüber. Ja, Papa, warum hast du das Geld nicht genommen? Und er hat gesagt, das Kind nicht für so eine Summe.

 

SPEAKER5

 

00:42:14

 

Ja, Korruption muss ja auch auszahlen, oder?

 

SPEAKER1

 

00:42:16

 

Ja, und ich glaube, mein Papa ist ja so ehrlich ein Mensch, 630.000 hätten ihm auch nicht gereicht.

 

SPEAKER3

 

00:42:22

 

Nein, da kommst du, ja vor allem, 630.000 ist ja nichts fürs Leben.

 

SPEAKER3

 

00:42:26

 

Ja, da, nein, eine eigene Insel geht sich da nicht aus.

 

SPEAKER3

 

00:42:30

 

Nein, gar nichts, und da ist wirklich, ein Familienhaus geht sich mittlerweile aus.

 

SPEAKER1

 

00:42:35

 

Nicht einmal beim Laufenthal, weil seit dorten…

 

SPEAKER1

 

00:42:37

 

Die Kölnbahn ist, gell, das schießt in der Nähe.

 

SPEAKER3

 

00:42:39

 

Ah, die Grundstückspreise, natürlich.

 

SPEAKER3

 

00:42:41

 

Furchtbar.

 

SPEAKER3

 

00:42:42

 

Hätten wir früher kaufen müssen.

 

SPEAKER1

 

00:42:44

 

Es hatte keiner gewusst, dass dort eine kommt.

 

SPEAKER3

 

00:42:48

 

Aber es ist…

 

SPEAKER4

 

00:42:49

 

Dass es jemals fertig wird in Österreich, damit kann man nicht rechnen.

 

SPEAKER3

 

00:42:51

 

Stimmt, dass es fertig wird, war, glaube ich, die große Überraschung.

 

SPEAKER3

 

00:42:56

 

Aber ich glaube, dass es da wirklich eine Form von Korruption oder Unterschlagung gibt, die in Österreich wirklich fast als gemütliche Tradition angesehen wurde und dass sich das langsam ändert, ist ganz gut. Ich glaube, jetzt kann ich es doch erzählen, weil es sind alle Protagonisten verstorben. Also der Hannes Androsch, der in meinem Programm war, hat uns erzählt, dass der Sallinger, der praktisch der Wirtschaftsflügel der ÖVP über Jahrzehnte war in den guten alten Zeiten der Großen Koalition, privat gar nicht so ein guter Unternehmer gewesen sein soll, wie man erwartet hätte. Und dass er dann irgendwelche 10 Millionen Schilling Schulden beim Finanzamt gehabt hat und wenn er die zahlen hätte müssen, die Firma zumachen hätte müssen. Und damals war noch so viel Sozialpartnerschaft, dass man gesagt hat, den gehen wir nicht so blamieren. Und der einfach die 10 Millionen gestrichen hat. Schilling war damals ein Geld.

 

SPEAKER4

 

00:43:58

 

Damals ist es nur um Schilling gegangen, jetzt um Schilling.

 

SPEAKER1

 

00:44:02

 

Ja, und mit diesem Rückblick auf die schönen österreichischen Traditionen entlassen wir Sie jetzt in die österlichen Traditionen. Falls es Ihnen gefallen hat und Sie den Thomas Maurer mal live sehen wollen, schauen Sie am 10. April in die Kammerlichtspiele Klagenfurt. Und falls Sie den Christian Schwab live sehen wollen, den gibt es natürlich auch mit den Kommilitonen demnächst wieder und auch im April, seit Sie wieder ordentlich auf Tour beziehen.

 

SPEAKER4

 

00:44:25

 

Ja, in Wagner in der Steiermark, zum Beispiel am 17. April sind wir dort.

 

SPEAKER3

 

00:44:29

 

Ja, das ist ganz toll.

 

SPEAKER3

 

00:44:30

 

Das geht ja mit dem Kohl im Tunnel jetzt so ruckzuck.

 

SPEAKER3

 

00:44:33

 

Absolut, ja.

 

SPEAKER1

 

00:44:34

 

Der Link zu den Auftritten, vor allem auch zu jenen von Christian Schwab und den Kommilitonen, steht natürlich auch in den Shownotes drinnen. Alle anderen Geschichten, über die wir gesprochen haben, sofern sie nicht der Fiktion entsprochen haben, wie diese Geschichte, dass der Herr Salinger jemals Schulden beim Staat gehabt haben.

 

SPEAKER3

 

00:44:50

 

Nein, das war natürlich Satire, wie der Kollege Strache das erinnert hat.

 

SPEAKER4

 

00:44:56

 

Schau, da sind wir auch noch einen Religionslink jetzt noch zum Abschluss, aber der Strache macht die Christen-Seminare mit Buddhisten, eben weil er wartet auf die politische Wiedergeburt von der DDR.

 

SPEAKER1

 

00:45:05

 

Ja, und falls Sie jetzt sagen, verdammt, ich hätte noch mehr über den Strache reden wollen, klicken Sie zurück, eine Woche zu fragen, der Thomas Maurer und ich schon mal über den Strache geredet. Es hat sich seither nicht so viel weitergetan in dieser Person. Sie können ja da noch die letzte Folge nachhören.

 

SPEAKER3

 

00:45:21

 

Ich weiß nicht, ob noch Plätze im Seminar frei sind, das müssen Sie aber schon.

 

SPEAKER4

 

00:45:25

 

1.450 Euro.

 

SPEAKER3

 

00:45:26

 

Nein, das ist das Lange.

 

SPEAKER3

 

00:45:28

 

Es gibt eine, es gibt eine, es gibt eine, es gibt eine, es gibt eine, es gibt eine, es gibt ein Zack-Zack-Zack-Seminar quasi.

 

SPEAKER3

 

00:45:32

 

9.70 ist, glaube ich, erleuchtet in drei Stunden so.

 

SPEAKER3

 

00:45:35

 

Ah, okay.

 

SPEAKER4

 

00:45:36

 

Aber es wäre wirklich interessant, da teilzunehmen, oder?

 

SPEAKER3

 

00:45:38

 

Ja, doch, leider, das hast du in deiner buddhistischen Phase verpasst.

 

SPEAKER4

 

00:45:42

 

Ich glaube, die sechste Weltreligion quasi, wird das vielleicht.

 

SPEAKER4

 

00:45:47

 

Strache ist ein neuer Jünger.

 

SPEAKER1

 

00:45:48

 

Ja, falls Sie denen angehören wollen, sagen Sie uns einfach Bescheid. Wir möchten gern mal einen Gast haben, der wirklich bei Hans-Christian Strache dabei war. Ihr habt mir seit unserer letzten Aufnahme entschieden, nein, ich setze mich da nicht rein. Vielleicht wird es Sigi Wolf, das ist ja für Unternehmer gedacht, dieses Krisenseminar,

 

SPEAKER4

 

00:46:04

 

also dann wird sich das, ja.

 

SPEAKER3

 

00:46:06

 

Ja, wie man sich nach einer Niederlage wieder hochrappelt.

 

SPEAKER3

 

00:46:10

 

Wer weiß, vielleicht, ja, direkt vielleicht das Seminar.

 

SPEAKER3

 

00:46:14

 

Präventiv gebucht, ja.

 

SPEAKER4

 

00:46:15

 

Raststation unter dem Dorf jetzt abgehalten, das Seminar.

 

SPEAKER1

 

00:46:18

 

Ja, und wer weiß ja, du hast gerade Niederlagen angesprochen. Unter Umständen, um jetzt den Bogen ganz zurück zu Beginn dieser Episode zu schließen, muss ja auch Daniel Fellner einmal vielleicht eine Niederlage verkraften. Und wenn er dann bei Heinz-Christian Strache im Seminar landen würde...

 

SPEAKER4

 

00:46:32

 

Dann haben wir ja diese rot-blaue Koalition quasi, von der wir gesprochen haben.

 

SPEAKER3

 

00:46:36

 

Bin ich froh, dass es jetzt nicht schon wieder um den Eisvogel gegangen ist.

 

SPEAKER2

 

00:46:41

 

Tschüss und schleicht's euch!

 

SPEAKER2

 

00:46:45

 

Tschüss!

 

SPEAKER2

 

00:46:48

 

Tschüss und ciao!

 

SPEAKER2

 

00:46:49

 

Tschüss!

 

SPEAKER2

 

00:46:50

 

Tschüss und Blockchain!

 

SPEAKER2

 

00:46:50

 

Tschüss!

 

SPEAKER2

 

00:46:50

 

Tschüss!

 

SPEAKER2

 

00:46:50

 

Tschüss!

 

SPEAKER2

 

00:46:51

 

Tschüss!